Mit dem Zelt über den E1

5 Jahre 3 Monate her #30 von J Mikka Luster
Hallo zusammen,

mich hat 2009 die Fernwanderlust gepackt. Ich bin in diesem Jahr dann den Appalachian Trail (NOBO, also von Süden nach Norden) gewandert. 2010 den Pacific Crest Trail und 2012 den Continental Divide Trail. Jetzt ist das schon wieder drei Jahre her und, weil ich inzwischen arbeitsbedingt wieder in Deutschland bin, dachte mir ich sollte mir 2016 den E1 vornehmen.

Von meinen kürzeren Touren (SalzAlpenSteig, etc.) ist mir bewußt daß die Wege oft keine Camping-Plätze erlauben da ein 8€ Zelt eben den 200€ Hotel-Tourismus nicht ankurbelt. Beim E1 habe ich da größere Hoffnungen da er ja nicht unbedingt als Touristen-Erlebnis geplant war.

Hier also meine Frage: ich kann mir einfach keine vier Monate im Hotel leisten. Ist es möglich die deutsche Teil-Strecke mit Zelt zu begehen und auf jeder Etappe irgendwo einen Zeltplatz zu finden? Ich wäre Juni bis September unterwegs, würde halt so weit wie möglich Nord-Süd laufen (starte aber an der dänischen Grenze, nicht im Norden, den Teil mache ich dieses Jahr und weiß daß wildes Campen OK ist nach meinen letzten Norwegen Treks).

Ohne wildes Campen und die Community (1200 waren es am AT in 2009, 430 kamen auch in Maine an) wird das wohl weniger Spaß machen als AT oder PCT, aber ich will halt mal schauen...

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5 Jahre 3 Monate her - 5 Jahre 3 Monate her #31 von Sven Lewerentz
Hallo jml,

dich scheint ja wirklich die Wanderlust gepackt und fest im Griff zu haben, bei dem was Du alles schon gelaufen bist :)

Deine Frage bezieht sich auf legale Möglichkeiten, am E1 sein Zelt aufzuschlagen? Auch wenn ich keine Garantie auf Vollständigkeit geben möchte: Ich denke, die meisten Zeltplätze entlang des Weges habe ich hier auf der Seite gelistet. Du findest zu jeder Etappe eine Übersicht von verfügbaren Unterkünften. Aber es sind halt wirklich nicht soooo viele Zeltplätze dabei.

Ich bin im letzten Jahr auf dem E1 zwischen Detmold und der Südschweiz unterwegs gewesen. Ich hatte ein kleines Zelt dabei, mit dem Vorsatz dieses möglichst häufig zu nutzen, auch um Kosten zu sparen.
Genutzt habe ich es dann doch eher selten, weil es nur relativ wenige Camping-/Zeltplätze in der Nähe des Weges gibt und ich nach langer Wanderung oft keine Lust hatte, mich mit meinem Zelt irgendwo im Wald zu verstecken. Und letzteres bleibt einem nicht erspart, wenn man hauptsächlich das Zelt zum Übernachten nutzen möchte. In einigen Regionen, gerade in den Mittelgebirgen, gibt es ein recht dichtes Netz von offenen Schutzhütten / Unterständen, die sich auch als einfache Übernachtungsmöglichkeit anbieten. In der Regel sind diese auch in freien, onlien verfügbaren Karten wie der Fahrradkarte bei OpenStreetMap oder der OpenMTBMap eingetragen. Wie beim Zelten stellt sich auch hier die Frage der Legalität und ob man sich damit wohlfühlt, bzw. bereit ist nächtliche Begegnungen mit Förstern oder partyfreudigen Jugendlichen in Kauf zu nehmen.
Teilweise ist man auch in Naturschutzgebieten unterwegs, die man meiner Meinung nach in Bezug auf das Camping-/Lagerverbot auch respektieren sollte. In den Mittelgebirgen ist es außerdem nicht immer ganz einfach, einen einigermaßen ebenen und geschützten Platz für ein Zelt zu finden.

Generell scheint "E1 mit Zelt" aber möglich zu sein, zumindest habe ich unterwegs ein paar Leute getroffen, die primär, wenn auch nicht ausschließlich gezeltet haben. Vielleicht muss man einfach etwas selbstverständlicher sein Zelt dort aufschlagen, wo es einem gefällt und nicht so ein "Angsthase" sein, wie ich :)
Vielleicht kann Dir ja an dieser Stelle noch jemand etwas mehr zum Thema sagen.

Gruß
Sven
Letzte Änderung: 5 Jahre 3 Monate her von Sven Lewerentz.

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4 Jahre 10 Monate her #77 von Jonuk.ch
Bauern fragen, ob man auf Ihrem Land Zelten darf. Denke nicht, dass die Nein sagen und sonst ist Wildcampen angesagt.
Ich kann und will mir primär auch in Deutschland keine Hotels leisten! Bin aber auch ein Angsthase^^ (Nimmst paar Euro für die Bestechung der Förster und Jäger mit :))

In Norwegen würde ich dem DNT beitreten. Die haben ein riesiges Hütten Netz. Da zahlt man 700 Kronen Mitgliedsbeitrag plus 100 Kronen für einen Schlüssel. Es gibt viele Hütten die für Selbstversorger gedacht sind, jedoch auch einige indenen für wenig Geld gekocht wird und ein warmes Bett bereit steht. Nach 2 Wochen dauer Regen, ist das eine tolle Sache :)

In Schweden gibts fast alle 25km ein offenes Hüttlein "Shelter" zum Schlafen. Wenn einem Insekten usw nichts ausmachen.

PS: Villeicht seht man sich unterwegs 2016 :) Basel - Nordkap

Gruss

Joshua

Egal wie weit der Weg ist, man muss den ersten Schritt tun.

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4 Jahre 10 Monate her #79 von J Mikka Luster

Waldfrequenz schrieb: PS: Villeicht seht man sich unterwegs 2016 :) Basel - Nordkap


Ich bin ab April 15 von Flensburg in Richtung Alpen unterwegs, ich denke wir rennen schon irgendwo ineinander. Habe dieses Jahr Nordkap -> Flensburg gemacht und außer wenn ich wirklich wollte (mal ne ordentliche Dusche) nie im Hotel übernachtet. Für Deutschland plane ich mal 3000 in Unterkunft und Essen ein, drei mal so viel wie ich für den gesamten Pacific Crest Trail ausgegeben habe.

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4 Jahre 10 Monate her #81 von Jonuk.ch
PCT war sicher unglaublich schön. Den werde ich, wenn alles klappt 2018 antreten. "freu"
Aber ist der mittlerweile nicht überwandert? Nach den ganzen Hollywood Filmen? :)

Ja, die Hotels auf der Deutschen strecke sind sau teuer. Hoffe aber ich find nette Leute oder Bauern mit Garten.

Wie ich mich auf Norwegen und die Natur freue. :)

Wie lange hattest du vom Nordkap bis Flensburg? Welche Monaten warst du da? Und wie kalt war die kälteste Nacht? ( Hab noch Probleme mit dem Schlafsack kauf ^^ )

Gruss
Joshua

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4 Jahre 10 Monate her - 4 Jahre 10 Monate her #83 von J Mikka Luster
Spätestens in den Sierras legt sich das mit dem Verkehr, da sind die ganzen Wannabees weg. Wen die Wüste nicht schafft, den schaffen die Hochplateaus. Ich bin 2009 in Vorbereitung auf meine Nepal-Everest Tour gelaufen, da war's noch recht leer, was auch manchmal Mist sein kann.

Ich hab's vom Nordkap in 69 Tagen gemacht, bin mir sicher daß ich's auch in zehn weniger geschafft hätte ohne mich zu verausgaben. Bin aber Finnland mit einem netten Mädel gelaufen, da hat sich das Ganze etwas hingezogen. Ich bin im Juni los und im Spätaugust angekommen, also warm (Mücken!!!!) und recht regnerisch zeitweise. Ich hab' auf den Schlafsack verzichtet (Bivvy zumindest) und bin mit einer Exped Synmat Hyperlite, EE Quilt, und Sea to Summit Tarp mehr als zufrieden gewesen. Ein paar mal mußte ich in Klamotten schlafen, ansonsten war's einfach nur schön.
Letzte Änderung: 4 Jahre 10 Monate her von J Mikka Luster.

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