GPS-Tracks nutzen

Wie kann ich GPS-Tracks sinnvoll zur Tourenplanung und unterwegs beim Wandern nutzen? Wie komme ich an Kartenmaterial und welche Alternativen gibt es zum vollwertigen GPS-Navi? Ich versuche im folgenden Artikel ein paar Fragen zu beantworten.

Was ist ein GPS-Track?

Ihr könnt bei uns für alle Etappen des europäischen Fernwanderwegs GPS-Tracks im GPX-Format herunterladen. Ein Track ist eine Datei, die eine Liste von Koordinaten enthält, die einen Streckenverlauf beschreiben. Diesen Streckenverlauf könnt ihr euch auf einer digitalen Karte anzeigen lassen.

Streng genommen ist der Begriff "GPS-Track" irreführend, da die Tracks unabhängig vom verwendeten globalen Navigationssatellitensystem (GNSS) genutzt werden können. Denn es gibt inzwischen alternative Systeme wie das russische Glonass oder das europäische System Galileo.

Wir bieten unsere Tracks im verbreiteten GPX-Format zum Download an, es gibt jedoch weitere Dateiformate. Manche Hersteller von Navigationsgeräten nutzen eigene Formate. In diesem Fall kann es nötig werden, die GPX-Datei in ein anderes Format zu konvertieren. Die Website alltrails.com bietet einen kostenlosen Onlinekonverter für viele verschiedene Trackformate an.

Wikipedia-Artikel zum Thema GPS-Tracks

Wozu kann ich GPS-Tracks nutzen?

Die Tracks werden in der Regel für die folgenden Dinge genutzt:

  • Tourenplanung am Computer
  • Navigation auf einem mobilen Navigationsgerät
  • Navigation auf einem Smartphone

GPS-Tracks auf einem navigationsfähigen Gerät sind ein toller Ersatz oder eine tolle Ergänzung für die klassische auf einer Papierkarte eingezeichnete Wanderroute. So zeigt einem das Navigationsgerät in der Regel nicht nur die eigene Position an, sondern kann auch weitere Informationen wie die aktuelle Höhe, zurückgelegte/verbleibende Kilometer, geschätzte Ankunftszeit und mehr zur Verfügung stellen.

Auch ohne eigenes GPS-Gerät können die Tracks in einer entsprechenden Software zur vorbereitenden Tourenplanung genutzt werden. Ohne das dafür gleich die korrekte Wanderkarte in Papierform vorliegen muss.

Tourenplanung mit Garmin BaseCamp

Tourenplanung mit Garmin BaseCampTourenplanung mit Garmin BaseCamp

GPS-Tracks können wunderbar zur Vorbereitung einer Tour am heimischen PC/Mac genutzt werden. Dafür wird eine Software benötigt, die in der Lage ist, die Tracks auf eine Karte darzustellen. In der Regel können in der Software Tracks importiert, bearbeitet und exportiert werden. Auch das Erstellen von komplett neuen Tracks durch manuelles Einzeichnen ist möglich.

Ich nutzt dazu die kostenfreie Software Garmin BaseCamp. Diese kann auch ohne vorhandenes Garmin-Navigationsgerät sinnvoll genutzt werden. In der Software erstellte oder bearbeitete Tracks können z.B. als GPX-Datei gespeichert, bzw. exportiert werden und somit auch auf Geräte anderer Hersteller übertragen werden.

Natürlich gibt es Alternativen zu der Software von Garmin. So bieten verschiedene Webseiten die Möglichkeit, GPX Tracks zu importieren, im Browser zu bearbeiten und nahtlos an eine dazugehörige App weiterzugeben. Dazu später mehr unter "Smartphones und Navigations-Apps".

Kostenfreies Kartenmaterial

Oft muss für Navigationsgeräte, bzw. Software wie BaseCamp recht teures digitales Kartenmaterial erworben werden. Es stehen jedoch eine Reihe kostenloser Karten zur Verfügung, die häufig auf den Daten der OpenStreetMap basieren. Diese Karten sind meiner Meinung nach für weite Teile des E1 qualitativ absolut ausreichend. 

Hier ein paar Quellen für kostenloses Kartenmaterial:

  • OpenMtbMap: kostenlose MTB- und Wanderkarten auf Basis von OpenStreetMap.
  • Freizeitkarte OSM: kostenlose Freizeitkarte für verschiedene europäische Länder. Für Garmin-Geräte/BaseCamp und Android-Geräte.

Smartphones und Navigations-Apps

Alternativ zum vollwärtigen GPS-Gerät lassen sich natürlich auch Smartphones zur Outdoor-Navigation nutzen. Die meisten verfügbaren Navigations-Apps sind dabei in der Lage die hier angebotenen GPX-Dateien zu lesen und anzuzeigen. Man sollte bei der Wahl der App auf jeden Fall darauf achten, daß es die Möglichkeit gibt, das Kartenmaterial auch für den Offlinegebrauch herunterladen zu können. Denn im Gegensatz zum fast immer vorhandenen GPS-Signal herrscht beim mobilen Internet unterwegs immer mal wieder Funkstille. Eine App die nur mit Onlinekarten arbeitet wäre in diesem Fall nutzlos.

Nachfolgend einige Apps, die ich nutze oder genutzt habe:

Komoot

Seit einiger Zeit nutze ich zur Navigation beim Wandern fast ausschließlich die App von "Komoot" (für Android und iOS). Auf der dazugehörigen Webseite lassen sich Touren bequem planen und dazu auch GPX-Tracks importieren. Alle geplanten und gemachten Routen stehen sofort in der App zur Verfügung und können mit einem Klick offline verfügbar gemacht werden. Das Offlinekartenmaterial ist kostenpflichtig, aber preislich eher günstig. Für einmalig 30 Euro gibt es weltweit aktuelles Kartenmaterial für den Offlinegebrauch.

ViewRanger GPS

Bis vor einiger Zeit habe ich die App ViewRanger GPS genutzt (für Android und iOS). Dort kann ich ebenfalls GPX-Dateien nutzen und neben kostenpflichtigen auch kostenfreie Karten installieren. 

Was eignet sich am besten zur Navigation beim Wandern? 

Technisch gesehen sind Smartphones bei gewöhnlichen Wanderungen ebensogut zur Navigation geeignet wie professionelle GPS-Geräte. Oft verfügen sie sogar noch über ein deutlich größeres und besser auflösendes Display. Die GPS-Genauigkeit ist absolut ausreichend, neuere Modelle verfügen sogar über eingebaute Barometer. Allerdings sind Smartphones ohne zusätzliche Hüllen (die Lifeproof-Schutzhüllen (Affiliate-Werbe-Link zu amazon.de) sind sehr empfehlenswert) anfälliger für Schäden durch Nässe oder Stöße.

Der hohe Energieverbrauch macht sich beim Smartphone noch deutlicher bemerkbar als bei einem reinen Navigationsgerät: Auch wenn der Stromverbrauch des GPS nicht mehr so stark ins Gewicht fällt wie noch vor ein paar Jahren: Ein dauerhaft aktiviertes GPS verbraucht viel Energie. Auch das bessere Display, Netzdienste und die oft sehr leistungsfähige Hardware eines Smartphones benötigen viel Strom. Bei Tagestouren kommt man in der Regel mit einer Akkuladung aus. Wie lange genau hängt neben dem verwendeten Gerät auch von den eigenen Nutzungsgewohnheiten ab. Es macht einen großen Unterschied, ob man nur gelegentlich die Position checkt, oder immer wieder das Display aktiviert und womöglich den Verlauf der Wanderung aufzeichnet.

Meine Tipps für Mehrtageswanderungen, bei den der Akku nicht regelmäßig geladen werden kann: Flugmodus aktivieren (die Positionserkennung funktioniert dennoch - eine Offlinekarte ist jedoch zwingend erforderlich), Displayhelligkeit so weit wie möglich reduzieren und für den Notfall auf eine Powerbank (ein tragbarer Reserveakku mit USB-Anschlüssen) mitführen.